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Human Centric Lighting -leicht erklärt

Wer kennt das nicht: einen Spaziergang in der Sonne und schon ist der „Akku wieder voll“; ein lauschiges Abendessen im Sonnenuntergang und der zweisame Abend darf gern noch länger werden; ein trüber Regentag und die Stimmung ist gedämpft. Das Tageslicht hat Einfluss auf unser Befinden, das ist wohl jedem von uns klar. Mit den neuesten Erkenntnissen aus der Forschung und unter Zuhilfenahme der technischen Möglichkeiten ist es jetzt auch dem Homo Interius möglich, sich trotz wenig natürlichen Lichts wieder wohl und gesund zu fühlen.

Das Zauberwort lautet: Human Centric Lighting.

Losan Pharma

LICHTAUFNAHME ÜBER DAS AUGE

Morgens herrschen wärmere Farbtemperaturen vor, am Mittag, wenn die Sonne am höchsten steht, ist das Licht eher kaltweiß und wesentlich heller, danach wieder wärmer und dunkler. Die spektrale Zusammensetzung des Sonnenlichts ändert sich tagsüber.  Unser Körper reagiert auf das vom Auge aufgenommene, tageszeitabhängige Licht mit einer jeweils angepassten Hormonausschüttung. Diese Hormone (namentlich Melatonin und Kortisol) haben Einfluss auf unsere „innere Uhr“ (den sog. circadianen Rhythmus.) 

Morgens
Mittags
Abends

Die spektrale Zusammensetzung des Sonnenlichts ändert sich tagsüber. 

Spektrale Zusammensetzung

Unser Körper reagiert auf das vom Auge aufgenommene, tageszeitabhängige Licht mit einer jeweils angepassten Hormonausschüttung. Diese Hormone (namentlich Melatonin und Kortisol) haben Einfluss auf unsere „innere Uhr“ (den sog. circadianen Rhythmus.)

Hormone

Verantwortlich dafür, dass die Information über das veränderte Licht im Hormonsystem überhaupt ankommt, ist ein neben Stäbchen und Zapfen erst vor kurzem erforschter dritter Rezeptor im Auge. Dieser ist direkt mit dem limbischen Gehirn (der Teil, der für die Emotionen verantwortlich ist) verbunden.

Damit ist klar: das Licht schafft nicht nur Hell und Dunkel und ermöglicht das Sehen von Farben. Licht hat außerdem noch eine nicht visuelle, emotionale Wirkung auf den Menschen.

Rezeptoren

HUMAN CENTRIC LIGHTING

Wir neuzeitlichen Menschen sind aber den allergrößten Teil des Tages nicht mehr dem natürlichen Sonnenlicht, sondern künstlichen, von Menschenhand geschaffenen Lichtquellen ausgesetzt.

Mit den Erkenntnissen aus der Forschung um den dritten Photorezeptor wird nun klar, warum viele von uns an Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Unwohlsein leiden: das künstliche Licht verändert die natürliche Hormonausschüttung in unseren Körpern. Da unsere Arbeits- und Lebensrealität nun einmal zu großen Teilen an Orten ohne natürliches Tageslicht stattfindet, entstand mit dem Wissen um den Einfluss des Lichtspektrums auf unser Wohlbefinden also die Idee des Human Centric Lighting – Licht, bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht.

Dies wurde zuerst im Gesundheitswesen eingesetzt: Wo Patienten über einen längeren Zeitraum ans Bett gefesselt sind und keine Möglichkeit haben, ins Freie zu kommen – „Sonne zu tanken“ -, konnte mit einer entsprechenden Lichttherapie ein deutlicher Anstieg des Wohlbefindens allgemein und ein verbesserter Heilungsprozess gestaltet werden. Licht lässt sich aber nicht nur als Therapie einsetzen, sondern ganz gezielt auch in unserem Alltag.

Human Centric Ligthing als die Idee, dem Menschen künstliches Licht zu schaffen, das seinem biologischen Rhythmus angepasst ist, schafft Arbeits- und Lebenswelten, in denen die Menschen sich wohl fühlen, die zu ihrer Produktivität und Kreativität und zu mehr Ausgeglichenheit insgesamt führen. Dabei wird mit künstlichem Licht der tageszeitliche Verlauf spektral dem Sonnenlicht nachgebildet – von warmweißem Morgenlicht über kaltweißes Licht am Mittag hin zu Sonnenuntergangslicht am Abend. So wird der Körper sanft stimuliert und in seinem natürlichen Rhythmus unterstützt.

DAS RICHTIGE LICHT STEIGERT WOHLBEFINDEN UND UMSATZ

Fehltage

Studien belegen: Menschen, die unter Kunstlicht in HCL-Technik arbeiten, sind seltener krank, fühlen sich allgemein wohler und sind deutlich produktiver.

Als „Well-being needs“ definierte der Biologe Stephen Boyden das Bedürfnis nach Tageslicht bereits zu Beginn der 1970er Jahre und meinte damit Zugang zu Tageslicht als Voraussetzung für ein Leben ohne stressbedingte Krankheiten.

Schlafen

Eine spannende Studie dazu vergleicht zwei fast identische Supermärkte eines Marktleiters – sehr ähnlicher Kundenstamm, gleiche Größe, selbes Sortiment. Der eine Markt wurde mit einem biologisch wirksamen Licht ausgestattet, der andere behielt als Vergleichsmarkt LED-Beleuchtung in einer Lichtfarbe.

Die Ergebnisse der Auswertung nach einem Jahr waren frappierend: nicht nur die Beschäftigten auch die Kunden bewerten die Investition in die neue Beleuchtung als durchweg positiv.

Das zeigte sich nicht nur in einer verringerten Anzahl der krankheitsbedingten Fehltage (minus 35%) und einem verbesserten Schlafverhalten (plus 25%), sondern auch in einem gesteigerten Umsatz!

Darüber waren selbst die Initiatoren der Studie erstaunt, hatten sie zwar mit einer Auswirkung wie verbessertem Wohlbefinden auf die Beschäftigten, die sich über einen längeren Zeitraum im Markt aufhielten, gerechnet. Dass das Licht daneben auch Einfluss auf die Kunden hat (längere Verweildauer im Markt aufgrund der angenehmeren Atmosphäre), freute natürlich auch den Marktleiter und zeigte sich in einem dicken Umsatzplus von fast 28% im Vergleich zum Vorjahr.

LICHT UND EMOTIONEN

dreierlei

Über 80% der Informationen nimmt der Mensch über das Auge auf – das erklärt natürlich, warum sich die Verkaufszahlen im genannten Supermarkt verändert haben. Aber auch zwischenmenschliche Kontakte können wir über Licht steuern: so haben sich Probanden bei warmweißem, gedimmtem Licht wesentlich gesprächiger gezeigt als bei kaltem, grellem Licht. Für Problemlösungen und kreative Prozesse sollte also eher ein gemütliches Licht gewählt werden, analytische Aufgaben werden dagegen besser bei kaltem und hellem Licht gelöst.

Menschen scheinen bei gedimmtem Licht übrigens auch kooperativer zu sein (sinnvoll für Teamaufgaben) und sich insgesamt wohler zu fühlen, so dass auch intimere Gespräche möglich sind. Aber Achtung: die Wirkung kann auch ins Gegenteil verkehrt werden, wenn eine zu hohe Anonymität entsteht.

Lichtplanung benötigt immer ein ausgeprägtes Fingerspitzengefühl.

Nutzer interpretieren eine Lichtsituation auch anhand ihrer Erwartungen: eine komplette Ausleuchtung in einer hohen Lichtfarbe passt für uns eher zu einem Arbeitsraum als zu einem gemütlichen Wohnzimmer (dies argumentierte auch schon Boyce). Es wird sogar diskutiert, ob diese Erwartungen auch Einfluss auf die Aktivität des Nutzers haben (ich erwarte, dass helles Licht wach macht, also fühle ich mich weniger müde, wenn ich in einem hell erleuchteten Raum sitze). Hier sind allerdings noch weitere Studien nötig.

Der Einfluss des Lichts auf unsere Stimmung ist des Weiteren abhängig von Alter und Geschlecht. Verallgemeinert lässt sich aber sagen: Licht wirkt sich indirekt über die  Raumatmosphäre, die Blendfreiheit und die Lichtmenge auf den Menschen aus, deswegen ist die Einflussnahme durch den Nutzer auf Lichtsituation von erheblichem Stellenwert.

Kann ich selber entscheiden, wie hell meine Arbeitsplatzleuchte ist und auch die Lichtfarbe gegebenenfalls selbst anpassen, dann entsteht ein individuelles Licht- und damit verbunden Raumgefühl, was sich insgesamt positiv auf die Bewertung der Atmosphäre  und mein Wohlbefinden auswirkt.

Losan Pharma

Für eine ganzheitliche Lichtplanung bedarf es also um das Wissen aus der aktuellen Forschung. Dazu gehört auch, dass die Ganglienzellen (so heißen die Lichtrezeptoren) weit auf der Netzhaut verstreut liegen. Damit möglichst viele dieser Zellen aktiv werden, sollte das Licht nicht punktuell, sondern wie Tageslicht großflächig und von oben im Winkel von 45 bis 90 Grad einfallen. Das bedeutet, dass nicht eine Leuchte allein eine ausreichende Beleuchtung mit Human Centric Lighting ermöglichen kann.

Auch das Umgebungslicht und indirekte Lichtquellen spielen eine große Rolle und sollten niemals nur als lästiges Beiwerk betrachtet werden. Dass Licht dabei auch eine poetische Wirkung entfalten kann, hat Sir Norman Foster mal schön in Worte gefasst: "Jeder Ingenieur kann die Lichtmenge errechnen, die nötig ist, um ein Buch zu lesen. Wo aber bleibt die poetische Dimension des natürlichen Lichts: der stetige Wandel eines bewölkten Himmels, die Entdeckung des Schattens, die Leichtigkeit eines Tupfers Sonnenlichts?"

Damit spricht er uns aus dem Herzen: Licht ist nicht nur reine Helligkeit und viel mehr als ein Mittel zum Zweck. Licht ist Emotion und Harmonie. Licht hat einen nicht-visuellen Einfluss auf unser Wohlbefinden und muss deswegen auch ganzheitlich betrachtet und geplant werden – mit dem Menschen im Mittelpunkt.

Wir stehen Ihnen mit unseren Erfahrungen - gerade was die Programmierung und die Einbindung verschiedener Leuchten im Gesamtpaket einer ganzheitlichen Lichtplanung angeht - gern zur Verfügung und freuen uns auf Ihre Anfrage zum Thema Human Centric Lighting.

Bilder:

  • Matthias Herwick/ Flickr
  • ivent.ch
  • freepik.com
  • waldmann.com
  • licht.de
  • Trilux

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